Karate-Do     Der Weg ist das Ziel      Literatur 

 

ERLANGEN: Das Problem ist bekannt - Bewegungsmangel ist die Geisel unserer modernen Gesellschaft! Gleichzeitig und scheinbar im Widerspruch dazu, leiden wir an Unrast und Ziellosigkeit. Revolutionär und zugleich traditionell: Der Weg ist das Ziel!


Karate-Do

Wir üben das traditionelle japanische SHOTOKAN-Karate, das sich durch tiefe Stellungen und geradlinige Techniken auszeichnet. Auch schauen wir über unseren Tellerrand hinaus und lassen Elemente aus anderen Stilrichtungen und Budosportarten bei uns einfließen. Die Sportler trainieren barfuß in weißen Karateanzügen. Da das oberste Ziel kontrollierte Arm- und Beintechniken sind, die kurz vor dem Körper gestoppt werden müssen (Verzicht auf Trefferwirkung), wird auch ohne entsprechende Schützer gekämpft. Ein Probetraining ist nahezu immer möglich.

Jedem Karateka steht es offen, mit welcher Intensität und persönlicher Zielsetzung er Karate betreibt. Sei es als Breitensport zur allgemeinen Fitness, zur reinen Selbstverteidigung, für kurze Zeit als Wettkämpfer im Leistungssport oder als eine Art Lebensphilosophie im Sinne des Karate-Do. Jedoch nur mit entsprechender Geduld, Ausdauer und Disziplin ist eine Verbesserung der Karatetechniken bis hin zur Perfektion möglich. Daher ist es selbstverständlich dass wir vor Antritt zu einer Prüfung unsere Trainer fragen.

Dieser Weg (Do) ist hart, anstrengend und muss von geistiger Disziplin getragen werden.

So verstanden leistet jeder "Sieg über sich selbst" einen Beitrag zur Ausbildung der Persönlichkeit und stellt einen hohen erzieherischen Wert dar.

Sommertraining 11.08.2004 mit Harald

„Siege über dich selbst.“

 

 

      Vereinsbeitrag

6,- Euro / Monat für Erwachsene

3,- Euro / Monat für Schüler, Studenten und Auszubildende

Quartalsweiser Einzug vom Bankkonto.
Grundbeitrag Siemens Sport SRE/GSS 50,- Euro / Jahr

 

Der Weg ist das Ziel

Historische Entwicklung 
des Karate
Karate Do (der Weg der leeren Hand) ist eine Kampfkunst, deren Ursprünge bis ca. 500 Jahre nach Christi Geburt zurückreichen. Chinesische Mönche und Bauern, die keine Waffen tragen durften, entwickelten die Grundlagen dieser Kampfkunst. Über Handelswege wurde diese Fertigkeit auf die japanische Insel Okinawa gebracht, wo sie sich fortentwickelte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Karate in Japan populär und von dort aus in die ganze Welt gebracht.
 
Persönlichkeitsentwicklung Nicht der Sieg über andere ist das eigentliche Ziel von Karate Do, sondern der Sieg über die eigenen Schwächen. Die Schulung der eigenen Persönlichkeit, der Selbstbeherrschung und Konzentration sowie der Achtung des Trainingspartners haben oberste Priorität. Karate ist ständiges Geben und Nehmen, der Austausch mit dem Trainer, dem  Trainingspartner und mit der ganzen Gruppe.
 
Körperliche und geistige 
Fitness
Aufgrund der vielseitigen Impulse für Körper und Geist ist unser Sport ein idealer Ausgleich zum Stress und Druck des Alltags. Es werden Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit in hohem Maße trainiert. Durch den Einsatz aller Körperteile stellt Karate ein ideales Training der motorischen und koordinativen Fähigkeiten für Menschen jeglichen Alters dar. Der Karateka erlebt seinen Körper im Training sehr intensiv in Ruhe und Bewegung, in Spannung und Entspannung. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO wurde Karate deshalb 2003 zur gesundheitsfördernden Sportart erklärt. Die Uni Regensburg bescheinigte Karate einen hohen sozialintegrativen Effekt.
 
Selbstverteidigungsaspekt Polizeilichen Untersuchungen zufolge, ließen ca. 60% der Täter bei leichter Gegenwehr und ca. 80% bei stärkerer Abwehr von ihrem Opfer ab. Die eigene Angst zu überwinden und selbstbewusst in bedrohlichen Situationen reagieren zu können ist oft von entscheidendem Vorteil. Laut Polizeistatistiken beginnen 90% aller Angriffe mit Festhalten an Arm oder Kleidung. Drills üben das richtige Erkennen der Situation und die Automatisierung des richtigen Konterns ein. Im Ernstfall reagiert man so, wie man es bereits 1000x geübt hat. Der Trainingspartner hat die hohe Verantwortung, uns richtig zu konditionieren, d.h. u.a. realitätsnah anzugreifen.
 
Vitalpunkte Leider ist die ursprüngliche Vorstellung über die wahren Inhalte der Katasequenzen beinahe verloren gegangen. Des Kindertrainings wegen, weil man den Japanern nicht alles zeigen wollte und weil die Japaner nicht alles sehen wollten, haben z.B. Itosu und Funakoshi die offene Hand und die Fäuste, ehemals energetisch gesehen scharfe Waffen, entschärft und mit dem völligen Eindrehen des Arms beim Zuki zu wenig funktionalen Werkzeugen und Techniken verwandelt. In unseren Katas sind genug Würfe, Hebel sowie Schläge gegen Akupunkturpunkte etc. enthalten. Man darf die Kata im Bunkai nicht verändern. Schritte sind im Bunkai genau so wie in der Kata auszuführen und dürfen nicht zB. rückwärts gelaufen werden. So wird mit der geeigneten Vorstellung der richtigen Techniken das Bunkai zur funktionierenden Selbstverteidigung und Shotokan wird zum Nahkampf. Dennoch lässt die Kata aus heutiger Sicht immer mehrere Interpretationsmöglichkeien offen. Judo und Ju Jitsu, Ninjutsu, Kung Fu und Win Zun sind im Shotokan Karate enthalten. Früher gab es diese Trennung nicht. Auf Okinawa wurden zur Selbstverteidigung die Techniken genommen, die zum eigenen Körper passten und die am effektivsten waren. Eine Kata beschreibt ein komplettes Kampfsystem. Nicht umsonst haben sich die Meister ihr halbes Leben lang nur mit ein oder zwei Katas beschäftigt.
 
Atmung Über die richtige Atmung und entsprechende Vorstellung haben wir Zugang zu sonst nicht willentlich beeinflussbaren Vorgängen in unserem Körper wie zB. den Blutdruck und Puls. Die psychische Einstellung mit der man in den Kampf zieht kann über den Ausgang desselben mit entscheiden.
 
5 Elemente - Kihon (Grundschule, exakte Ausführung der Techniken), 
- Kata (festgelegte Bewegungsfolgen aus Entgegennahme des Angriffs, Konter, Hebeln, Würfen und Wendungen wie beim Kampf gegen einen imaginären Gegner, SV-Sequenzen wie Youtube-Filme aneinandergereiht), 
- Bunkai (Kata in Anwendung, richtig ausgeführt zur Selbstverteidigung), 
- Kumite und Drills (Partnerübungen) und 
- Randori (Freikampf mit Regeln) 
bilden die fünf Elemente aus denen - in unterschiedlichen Anteilen - sich eine Trainingsstunde bei uns zusammensetzt. Dabei kann man sich über die Kata mit ihrem Bunkai auch das Kihon und das Kumite bis hin zum Randori erschließen, denn alle Elemente sind in der Kata vereinigt und münden letztendlich wieder in ihr. Nur mit perfekter Grundschule und Verständnis für die Techniken in der Auseinandersetzung mit einem Gegner kann die Kata überzeugend gelaufen werden.
 

Copyright by Karl-Heinz Rudolf

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